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X-Men
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Die X-Men [] sind eine Gruppe von Superhelden, die in Comics des Marvel-Verlages auftreten. Die X-Men wurden von Stan Lee und Jack Kirby geschaffen und erschienen erstmals in X-Men #1 (September 1963). Die ursprĂźngliche Version des Teams konnte keinen groĂen kommerziellen Erfolg erzielen, trotz der Arbeiten von ComicgrĂśĂen wie Roy Thomas und Neal Adams. 1975 wurden die X-Men von Dave Cockrum, Len Wein und Chris Claremont neu interpretiert. Die All New All Different X-Men fanden bald ihr Publikum und wurden zur erfolgreichsten amerikanischen Comicserie der 1980er- und 1990er-Jahre. Der Erfolg der ersten Serie fĂźhrte zum Start zahlreicher Nebenserien, die unterschiedlich gut vom Publikum aufgenommen wurden.
Seit den frĂźhen 1990er Jahren haben die X-Men auch ihren Weg in andere Medien gefunden. Neben Zeichentrickserien und Videospielen erschienen bisher zwĂślf Hollywoodfilme.
Die X-Men bilden eine Gruppe in der Welt der Mutanten â Menschen, die dank ihres besonderen Gencodes Ăźbermenschliche Fähigkeiten besitzen. Mutanten werden von normalen Menschen oft gehasst, sei es aus Fanatismus oder aus Angst, dass sie die Menschheit unterwerfen oder gar als dominante Spezies ablĂśsen kĂśnnten. Diese Angst wird von verschiedenen Mutanten genährt, die ihre Kräfte fĂźr ihre eigenen Ziele nutzen oder die Menschen hassen. Um die menschliche Umwelt vor diesen bĂśswilligen Mutanten zu schĂźtzen, hat Charles Francis Xavier (Professor X) die X-Men-Gruppe gegrĂźndet. Der Erzfeind der X-Men ist der Superschurke Magneto.
Diese Konstellation zeigt die gesellschaftspolitischen UntertĂśne der Serien: Mutanten werden oft als Metapher fĂźr unterdrĂźckte Minderheiten gesehen. Xavier wird oft mit dem afro-amerikanischen BĂźrgerrechtler Martin Luther King Jr. verglichen, Magneto mit dem militanteren Malcolm X.
Contents
⢠Geschichte
⢠1960er-Jahre
⢠1970er-Jahre
⢠1980er-Jahre
⢠1990er-Jahre
⢠2000er-Jahre
⢠2010er-Jahre
⢠Xaviers Schule
⢠Cerebro
⢠Fiktive Orte
⢠Verfilmungen
⢠Fernsehserien
⢠Videospiele
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geschichte
1960er-Jahre
Im September 1963 wurde The X-Men #1 von Autor Stan Lee und Mitautor und Zeichner Jack Kirby verĂśffentlicht. Unter dem Deckmantel einer âSchule fĂźr junge Begabteâ bildet der querschnittgelähmte Telepath Charles Francis Xavier (Professor X) in Westchester County, New York, fĂźnf mutierte Teenager in der Nutzung ihrer Superkräfte aus: Cyclops (Scott Summers, unkontrollierte Augenstrahlen), den geflĂźgelten Angel (Warren Worthington III), den affenartigen, aber hochintelligenten Beast (Hank McCoy), Iceman (Bobby Drake, Eiskräfte) sowie Marvel Girl (Jean Grey), eine Telekinetin und Telepathin. Anfangs tragen sie alle dieselbe blau-goldene Uniform mit Maske, und es wurde etabliert, dass sie alle einen sog. X-Faktor im Erbgut enthielten, der fĂźr ihre Superkräfte verantwortlich war. Laut Stan Lee war dies ein Vorwand, um sich nicht fĂźr jede Figur eine neue Vorgeschichte ausdenken zu mĂźssen.cite-ref-r2-1-0[1]cite-ref-celeb57-2-0[2] Der Erzfeind der X-Men, der rassistische und mit Magnetkräften ausgestattete Magneto, taucht ebenfalls bereits in The X-Men #1 auf. The X-Men #4 zeigte Magnetos Team, eine Terrorgruppe mit dem Namen Brotherhood of Evil Mutants (Bruderschaft der bĂśsen Mutanten). Zudem plante Lee anfangs, dass Magneto der Bruder von Professor X sei, dies wurde aber nie konkretisiert.cite-ref-celeb57-2-1[2]
Ein mĂśglicher Vorläufer des Konzepts einer Schule fĂźr Mutanten war 1953 im Science-Fiction-Roman Children of the Atom von Wilmar Shiras aufgetaucht. Die Hauptfiguren dieses Romans waren Kinder, die das ungewollte Ergebnis eines Experiments mit genetischer Mutation waren. Die Bezeichnung âChildren of the Atomâ wurde oft in Zusammenhang mit den X-Men verwendet (u. a. im Videospiel X-Men: Children of the Atom oder in einer gleichnamigen Miniserie von Joe Casey), ein konkreter Zusammenhang wurde aber nie nachgewiesen.cite-ref-shiras-3-0[3]
In The X-Men #14 wurden die Sentinels eingefĂźhrt, Mutanten jagende Kampfroboter des finsteren Wissenschaftlers Bolivar Trask, die häufig in nachfolgenden Comics und später u. a. im Film X-Men: Zukunft ist Vergangenheit vorkamen. Nachdem Lee und Kirby 1966 aus der Serie ausgestiegen waren, wurde sie von Roy Thomas und Werner Roth Ăźbernommen. Bald wurde der Name der Serie in Uncanny X-Men (dt.: die unheimlichen X-Men) erweitert. In den späten 1960ern kamen Jim Steranko und Neal Adams hinzu, um die nur mäĂig laufende Serie aufzupäppeln. Sie fĂźhrten neue Mutanten ein, u. a. Banshee (Sean Cassidy; Superkräfte: Schallschreie), Havok (Alex Summers, der Bruder von Scott Summers; Plasmakräfte) sowie Polaris (Lorna Dane; Magnetkräfte). Obwohl die Verkäufe stiegen, hĂśrte Marvel mit Ausgabe #66 zunächst auf, neue X-Men-Geschichten zu produzieren. Bis zur #93 wurden die Hefte mit Nachdrucken alter Geschichten gefĂźllt. Die einzigen neuen Auftritte der X-Men waren Gastspiele in anderen Marvel-Serien, u. a. Avengers und Fantastic Four.
1970er-Jahre
In den Anfangsjahren der 1970er blieben die Verkäufe der X-Men-Comics niedrig,cite-ref-r2-1-1[1] bis Autor Len Wein 1975 in Giant Size X-Men #1 das Team umkrempelte und neue Mutanten einfĂźhrte, die aus aller Welt stammten und z. T. wesentlich älter als die ursprĂźnglichen X-Men waren: den teufelsähnlichen, aber tiefreligiĂśsen deutschen Teleporter Nightcrawler (Kurt Wagner), den aus der Sowjetunion stammenden Metallmenschen Colossus (Piotr Rasputin) sowie die aus Kenia stammende Wetterhexe Storm (Ororo Munroe). Man fĂźhrte den aus Kanada stammenden Wolverine (zunächst âLoganâ, später: James Howlett) neu ein, der zuvor in der Marvel-Serie Hulk eine Nebenfigur gewesen war. Wolverine etablierte sich als der populärste X-Man und als einer der beliebtesten nordamerikanischen Comichelden Ăźberhaupt.cite-ref-r2-1-2[1] Als Wein den Comic verlieĂ, um Vollzeit-Schriftsteller zu werden,cite-ref-claremont-4-0[4] fĂźgte sein Nachfolger Chris Claremont die schottische Mutantenexpertin Dr. Moira MacTaggert und Lilandra hinzu, die KĂśnigin der auĂerirdischen Shiâar, die Xaviers Geliebte wird. Claremont, der ein Faible fĂźr starke, unabhängige Frauen hatte, schrieb mit seinem Kollegen John Byrne viele Geschichten, in denen weibliche Helden wie Marvel Girl oder Storm die Welt retten. Ein Beispiel bildet die Phoenix Saga (1976â1977), in der sich Marvel Girl scheinbar opfert, um ihre Kollegen zu retten, aber als mächtige Phoenix wiedergeboren wird.cite-ref-fem-5-0[5]cite-ref-soap-6-0[6]
Im von Paul McCartney geschriebenen Lied Magneto and Titanium Man auf dem Album Venus and Mars taucht, inspiriert von den Marvel-Comics, neben Magneto und Titanium Man (einer von Iron Mans Gegnern) auch der Schurke Crimson Dynamo auf.cite-ref-7[7]
Claremont selbst kommentierte 2013, dass er die X-Men von Anfang an âeinfach coolâ fand und besonderen SpaĂ daran hatte, ihr Privatleben auszuformen. Zudem bevorzugte er längere Handlungsstränge mit vielen versteckten Andeutungen, auf die er im Laufe späterer Ausgaben spontan zurĂźckgreifen konnte.cite-ref-claremont-4-1[4]
1980er-Jahre
Claremonts HÜhepunkt kam in der Dark Phoenix Saga (1980), in der er Jean Grey/Phoenix durch den schurkischen Hellfire Club entfßhren lässt, der sie zu seinem Werkzeug machen will. Jean wird zur wahnsinnigen Dunklen PhÜnix, erlangt satansähnliche Kräfte und zerstÜrt ein bewohntes Sonnensystem, ehe sie wieder zu Sinnen kommt. Als Lilandra sie widerwillig als MassenmÜrderin richten lässt, geht sie freiwillig in den Tod. Diese Story, auf der der Film X-Men 3 im Wesentlichen basiert, wurde häufig zu einer der besten Marvel-Stories gewählt.cite-ref-bestof-8-0[8] Beim Hellfire Club und der Verwandlung von Jean Grey in einen schwarz gekleideten Vamp handelte es sich um eine Hommage an die Folge A Touch of Brimstone aus der TV-Serie Mit Schirm, Charme und Melone, in der sich Emma Peel (Diana Rigg) zur Tarnung als Dominatrix kleidet. Bei den Hellfire-Schurken Sebastian Shaw, Harry Leland, Donald Pierce, Jason Wyngarde handelte es sich um Pastichen der Schauspieler Robert Shaw, Orson Welles, Donald Sutherland sowie Peter Wyngarde.cite-ref-hellfire-9-0[9] Zudem fßhrte er ihre spärlich bekleidete, telepathisch begabte Schergin Emma Frost ein, die ihre aufreizende Montur nicht als Zeichen der Unterwerfung, sondern zur Kontrolle leicht manipulierbarer Männer ansah.cite-ref-fem-5-1[5]
Nach Jean Greys Ableben setzte Claremont weiterhin auf starke weibliche PersĂśnlichkeiten. Er machte Storm 1980 zum AnfĂźhrer der X-Men, womit sie eine der ersten Comicgruppen mit weiblichem AnfĂźhrer wurden.cite-ref-fem-5-2[5] Danach konzentrierte er sich auf den nächsten weiblichen X-Man, die US-amerikanische JĂźdin Shadowcat (Kitty Pryde, kann durch Wände gehen): In Days of Future Past (1981, bildete später die Grundlage fĂźr den X-Men-Film X-Men: Zukunft ist Vergangenheit) entkommt ihr Geist einer dystopischen Zukunft, in der die Sentinels fast alle Mutanten vernichtet haben, und bringt ihr jĂźngeres Ich dazu, einen Anschlag der Mutantenterroristin Mystique zu stoppen. In Kitty Pryde and Wolverine (1984-5) rettet sie ihren Vater vor der Yakuza.cite-ref-bestof-8-1[8] In dieser Zeit arbeitete Claremont die tragische Hintergrundgeschichte von Magneto aus, der als Ăberlebender des Holocaust dargestellt wurde, sich mit den X-Men aussĂśhnte und nach Charles Xaviers zeitweiligem Weggang sogar ihr AnfĂźhrer wurde. Auch die einstige Bruderschaft-Terroristin Rogue lief Ăźber, die Kräfte anderer Mutanten durch BerĂźhrung stehlen kann, und aus der Marvel-Serie Captain Britain kam die Britin Psylocke (Betsy Braddock) hinzu, die durch bionische Manipulation später zu einer japanischen Psi-Ninja umgeformt wurde. Eine weitere bemerkenswerte Geschichte war God Loves, Man Kills (1982) Ăźber den Aufstieg und Fall des Mutanten hassenden Priesters William Stryker, die später die Grundlage zum Film X-Men 2 darstellte.cite-ref-bestof-8-2[8] Andere Figuren, die in diesem Jahrzehnt eingefĂźhrt wurden, waren der finstere Genetiker Mr. Sinister, der Jean Greys Klon namens Madelyne Pryor erschuf, die vorlaute asiatische Mutantin Jubilee (Jubilation Lee; Feuerwerkskräfte), der Mutantenrebell Longshot sowie die Terrorgruppe Reavers. Während des Crossovers Fall of the Mutants (1988) starben die X-Men scheinbar, wurden aber tatsächlich nach Australien verschlagen.
In diesem Jahrzehnt wurden die ersten Spin-offs der X-Men-Serie verÜffentlicht, u. a. Wolverine, die Einzelserie der gleichnamigen Figur, die New Mutants, die neue, jßngere Mutanten einfßhrte, Alpha Flight sowie Excalibur, die jeweils kanadische bzw. britische Mutantenteams einfßhrten, und X-Factor, die das ursprßngliche X-Men-Team der 1960er-Jahre in den Fokus rßckte. Hierbei vollfßhrte Autor Kurt Busiek 1986 einen Kunstgriff: Um Jean Grey wieder einfßhren zu kÜnnen, die in der Dark Phoenix Saga als MassenmÜrderin gestorben war, etablierte er, dass seit der ersten PhÜnix-Saga (1976-7) nicht Jean, sondern ein Energiewesen namens Phoenix Force agiert hatte, das ihr täuschend ähnlich sah. Die echte Jean lag in einem Koma, aus dem sie nun erwachte. Diese Wiederauferstehung wurde u. a. von Chris Claremont kritisch gesehen.cite-ref-jean-10-0[10]
1990er-Jahre
1991 endete Claremonts 16-jährige Autorenschaft bei Uncanny X-Men, und jĂźngere KĂźnstler wie Fabian Nicieza, Rob Liefeld und Jim Lee Ăźbernahmen das Ruder. Sie fĂźhrten vor allem Antihelden wie den schwer bewaffneten SĂśldner Cable, den Gentleman-Dieb Gambit und den SprĂźche klopfenden Deadpool ein, der sich zu einer der beliebtesten Figuren der jĂźngeren Marvel-Geschichte entwickelte. Liefeld machte aus den New Mutants die paramilitärische Eingreiftruppe X-Force, angefĂźhrt vom mysteriĂśsen Mutanten Cable. Die Popularität von Lee und Liefeld fĂźhrte dazu, dass X-Men #1 (Vol. 2) und X-Force #1 zu den bisher erfolgreichsten Superhelden-Comics wurden. Dies lag u. a. daran, dass zu dieser Zeit Spekulanten darauf bauten, mit Comics Geld machen zu kĂśnnen, und deshalb mehrere gleiche Hefte einer Serie kauften (â Comic-Spekulationsblase). X-Men #1 (Vol. 2) ergab einen Umsatz von sieben Millionen US-Dollar, womit sie einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde fĂźr das umsatzstärkste Einzelcomicheft erhielten.cite-ref-record-11-0[11] In dieser Zeit wurde die bei Fans und Kritik beliebte Cartoonserie X-Men ausgestrahlt, die ab 1992 in fĂźnf Staffeln mit insgesamt 76 Episoden lief. Eine aus LGBT-Sicht wichtige Story wurde in jenem Jahr in Alpha Flight #106 verfasst, in der sich der frankokanadische Mutant namens Jean-Paul Beaubier (Northstar) als homosexuell outete.cite-ref-out-12-0[12] Ebenfalls 1992 kam es zu einem Paukenschlag, als Liefeld, Nicieza, Lee und viele jĂźngere KĂźnstler gemeinsam Marvel Comics verlieĂen und den Konkurrenzverlag Image Comics grĂźndeten. In den Folgejahren kam es bei den X-Men-Comics zu einer Vielzahl von langen, viele X-Men-Serien umspannenden Handlungssträngen wie X-Tinction Agenda (1990), The X-Cutioners Song (1992), Phalanx Covenant (1994), Age of Apocalypse (1995), Onslaught (1996) oder Operation Zero Tolerance (1997), die von der Kritik als actiongeladen, aber oft chaotisch bezeichnet wurden.cite-ref-bestof-8-3[8]
Mitte der 1990er, nach dem Ende des Comic-Booms, wurden einige weitere X-Nebenserien gestartet, unter anderem Generation X, X-Man und weitere Soloserien bekannter Mutanten wie Cable, Gambit, Bishop und Deadpool. 1998 wurde Excalibur eingestellt und X-Factor wurde durch Mutant X ersetzt, das die Abenteuer von Havok in einer alternativen Realität erzählte.
2000er-Jahre
Im neuen Jahrtausend wurde das Bild der X-Men maĂgeblich durch die X-Men-Filmreihe bestimmt, in denen u. a. die Oscar-Gewinnerinnen Halle Berry als Storm sowie Anna Paquin als Rogue und der Oscar-nominierte Ian McKellen als Magneto mitspielten. Hugh Jackman heimste fĂźr seine Interpretation von Wolverine durchgehend viel Lob ein.cite-ref-jackman-13-0[13] Der erste Film X-Men (2000) war der erste Marvel-Kinoerfolg Ăźberhaupt und ebnete späteren Marvel-Filmreihen den Weg.cite-ref-r2-1-3[1] In den Comics fĂźhrte Marvel Neuinterpretationen der X-Men in einem Alternativuniversum namens Ultimate X-Men von Autor Mark Millar ein, um neue Fans anzulocken, ohne dass sie vier Jahrzehnte Vorwissen mitbringen mussten. In dieser hipperen Version stammte z. B. Storm aus Harlem, war Colossus homosexuell und Magneto fĂźr Charles Xaviers Querschnittslähmung verantwortlich. Die originalen X-Men-Comics sind hingegen von Geschichten bestimmt, in denen u. a. durch Autor Grant Morrison das Schicksal der Mutanten als gesellschaftliche Gruppe thematisiert wurde (Riot at Xavierâs, House of M, Gifted, Endangered Species etc.). Zudem wechselte die langjährige X-Men-Gegnerin Emma Frost die Seiten, und viele altgediente Figuren wie z. B. Jean Grey, Colossus, Moira MacTaggert oder Psylocke wurden umgebracht, ehe sie (meistens) wieder in die Comics geschrieben wurden.cite-ref-bestof-8-4[8] Autor Joss Whedon, der Gifted schrieb, verfasste diverse Geschichten, in denen seine Lieblingsfigur Kitty Pryde im Mittelpunkt stand: Kitty war einst die Inspiration fĂźr seine Serie Buffy,cite-ref-kitty-14-0[14] und eine Buffy-Story, in der Hauptfigur Willow durch den Tod eines geliebten Menschen den Verstand verliert und zur satansähnlichen Dark Willow wird, war von der Dark-Phoenix-Saga inspiriert.cite-ref-darkwillow-15-0[15] Whedon wollte sogar andeuten, dass Buffy-Protagonistin Buffy Summers und der langjährige X-Men-AnfĂźhrer Scott Summers miteinander verwandt seien, dies wurde letztlich nicht durchgefĂźhrt.cite-ref-cousin-16-0[16]
Neben den Filmen gab es in diesem Jahrzehnt auch zwei X-Men-Zeichentrickserien, X-Men: Es geht weiter (2000â2003, insg. 52 Folgen) sowie Wolverine und die X-Men (2009, insg. 26 Episoden). Bei X-Men: Es geht weiter handelte es sich um Teenager-Versionen von den X-Men und ihrer Gegner, deren Abenteuer mit viel Schulcomedy kombiniert wurden, während sich Wolverine und die X-Men eng an die dĂźstere Grundstimmung der Originalcomics hielt.
Viele kleinere X-Men-Serien wie Mutant X, Generation X sowie viele Soloserien wurden eingestellt und wenig später durch Soloserien vor allem weiblicher Mutanten (Rogue, Mystique, Jubilee u. a.) sowie durch Spartenserien ersetzt, in denen u. a. jeweils zwielichtige (Weapon X), zwischen Parallelwelten reisende (Exiles) bzw. gesponserte X-Men (X-Force, später X-Statix) im Mittelpunkt standen.
2010er-Jahre
Der Beginn des Jahrzehnts stand im Zeichen von Marvel NOW!, in dem u. a. die X-Men einen Relaunch erhielten. Hierbei trafen die X-Men u. a. auf ihre jĂźngeren Versionen sowie auf ihre Gegenparts aus dem Ultimate X-Men-Comics. FĂźr Aufsehen sorgte der Comic Astonishing X-Men #51 (2012), in dem der homosexuelle X-Man Northstar seinen Verlobten Kyle heiratete, drei Jahre bevor in den Vereinigten Staaten die gleichgeschlechtliche Ehe eingefĂźhrt wurde.cite-ref-heirat-17-0[17] Zudem wurde eine zweite X-Men-Filmreihe gestartet: Wieder konnten namhafte Schauspieler verpflichtet werden, u. a. die Oscar-Gewinnerin Jennifer Lawrence (Mystique), der Golden-Globe-Gewinner Peter Dinklage (Bolivar Trask) und der Oscar-nominierte Michael Fassbender (Magneto).
Die Welt der X-Men
Xaviers Schule
Seit den 1960er-Jahren wird im Marvel-Universum etabliert, dass die X-Men in der X-Mansion (X-Villa) in Westchester County, New York leben, die den offiziellen Namen Xavierâs School for Gifted Youngsters trägt und âmutatis mutandisâ als Schulmotto hat. Die Schule ist das ehemalige Herrenhaus von Charles Xaviers Eltern, das er nach deren Tod geerbt und zu einem Internat fĂźr begabte Jugendliche umgebaut hat. Unter dem Gebäude lieĂ er, Ăźber mehrere Stockwerke verteilt, Labore und Trainingsräume einrichten. Die X-Men trainieren im sog. Danger Room (Gefahrenraum), der zunächst als Raum voller Fallen und GeschĂźtze eingefĂźhrt wurde, bis er in späteren Versionen zu einer holografischen Simulation weiterentwickelt wurde. Zu ihren Einsätzen fliegen die X-Men Ăźblicherweise im Blackbird, einer modifizierten Lockheed SR-71, deren Hangar sich unter dem Basketballfeld auf dem Gelände befindet.
Cerebro
Im unterirdischen Komplex unter Xaviers Schule befindet sich Cerebro, eine Einrichtung, mit der telepathisch begabte Mutanten wie Prof. Xavier die Gehirnwellen aller Menschen und Mutanten weltweit orten und so mit ihnen in Verbindung treten kÜnnen. Cerebro ist eine kugelfÜrmige Halle, in der ein Steg vom Eingang zur Mitte der Halle fßhrt. Dort befinden sich ein Sessel und der Steuerungscomputer, mit dem sich der Telepath mittels einer speziellen Kopfhaube verbindet. Die Innenseiten der Halle sind mit speziellen Paneelen verkleidet, die fßr die Wirkungsweise von Cerebro entscheidend sind. Cerebro wurde ursprßnglich von Xavier und Magneto entwickelt und später von Dr. Hank McCoy weiterentwickelt. Genutzt wird Cerebro hauptsächlich von Prof. Xavier, Jean Grey, Emma Frost.
Fiktive Orte
⢠Asteroid M, ein von Magneto erschaffener Asteroid und zeitweilig sein Hauptquartier
⢠Genosha, eine Insel nahe Madagaskar und längere Zeit ein Apartheid-Regime gegen Mutanten
⢠Madripur, eine Insel nahe Singapur, in der Korruption und Schmuggel blßhen
⢠Muir Island, eine Insel vor Schottland, Labor von Moira MacTaggert
⢠Mutant Town, ein heruntergekommenes Mutantenghetto in Manhattan
⢠Savage Land (das Wilde Land), ein in der Antarktis verborgenes Urzeitparadies voller Dinosaurier
Preise und Auszeichnungen
⢠5Ă Comic Book Buyerâs Award fĂźr den besten Autor: Chris Claremont (1983, 1984, 1988, 1989, 1990, jeweils fĂźr Uncanny X-Men)
⢠Eisner Award (2005) fßr den besten Autor: Brian K. Vaughan (u. a. fßr Ultimate X-Men)
⢠Eisner Award (2005) fßr den besten Zeichner: John Cassaday (u. a. fßr Astonishing X-Men)
⢠Eisner Award (2005) fßr den besten Koloristen: Dave Stewart (u. a. fßr Astonishing X-Men)
⢠Eisner Award (2006) fßr den besten Zeichner: John Cassaday (u. a. fßr Astonishing X-Men)
⢠Eisner Award (2006) fßr die beste Comicserie: Astonishing X-Men von Joss Whedon und John Cassaday
⢠Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde fßr X-Men #1 (1992) fßr umsatzstärkstes Einzelcomic (Autor: Chris Claremont, Zeichner: Jim Lee)cite-ref-record-11-1[11]
Verfilmungen
â
Hauptartikel
:
X-Men (Filmreihe)
Fernsehserien
Es gibt sechs X-Men-Zeichentrickserien und zwei Fernsehserien als Realverfilmung:
⢠X-Men (1992â1997)
⢠X-Men: Es geht weiter (Originaltitel: X-Men: Evolution; 2000â2003) â diese Serie spielt zu Jugendzeiten einer Alternativversion der X-Men
⢠Wolverine and the X-Men (2008) â dĂźsterer als die Vorgänger
⢠Marvel Anime: X-Men (2011) â in Kooperation mit dem japanischen Animationsstudio Madhouse entstanden, spielt zu weiten Teilen in Japan
⢠Marvel Anime: Wolverine (2011) â weitere Koproduktion mit Madhouse, Handlung ebenfalls in Japan
⢠X-Men â97 (2024)
⢠Legion â Realverfilmung aus dem Jahr 2017
⢠The Gifted â Realverfilmung aus dem Jahr 2017
Videospiele
Das erste X-Men-Spiel erschien im Jahr 1989 auf dem Nintendo Entertainment System und wurde von dem US-amerikanischen Unternehmen Acclaim Entertainment vertrieben. Dem Spieler standen sechs X-Men-Charaktere (Wolverine, Cyclops, Storm, Colossus, Nightcrawler, Iceman) zur Auswahl. Jeder dieser Charaktere bot verschiedene AngriffsmĂśglichkeiten, die geschickt in den Levels benutzt werden mussten. Im selben Jahr erschien das Adventure X-Men: Madness in Murderworld fĂźr die Systeme C64, PC und Amiga.
1992â1994 kam das Actionspiel Spider-Man â X-Men: Arcadeâs Revenge fĂźr das Super Nintendo und das Sega Mega Drive auf den nordamerikanischen und europäischen Markt. Das Spiel teilt sich in verschiedene Levels auf, die mit einem Charakter bewältigt werden mĂźssen. Bis 1995 erschienen fĂźnf weitere X-Men-Spiele fĂźr die Konsolen.
Im Jahr 1997 erschien das Beat âem up X-Men: Children of the Atom fĂźr die PlayStation, den PC und den Sega Saturn. Dies war das erste Spiel, das von Capcom vertrieben wurde und Marvel Charaktere bot. Das Spielprinzip orientiert sich an der Street-Fighter-Reihe und ist auch mit einem weiteren Spieler spielbar. In dem Beat âem up X-Men vs. Street Fighter von dem Publisher Capcom musste der Spieler Charaktere der Street Fighter und X-Men-Reihe miteinander antreten lassen. X-Men vs. Street Fighter war der erste Teil der späteren Marvel vs. Capcom-Reihe. Bis 2000 erschien nur noch der Shooter X-Men: The Ravages of Apocalypse fĂźr den PC.
Im Jahr 2000 kaufte sich der US-amerikanische Verleger Activision die Rechte an der X-Men-Serie. Am 26. September 2001 erschien mit X-Men: Reign of Apocalypse fĂźr den Game Boy Advance ein weiteres X-Men-Videospiel. Im Laufe des Spieles werden verschiedene X-Men-Charaktere (u. a. Wolverine und Cyclops) freigeschaltet. Zudem bietet das Spiel unterschiedliche Mehrspieler-Modi (Capture the Flag, Deathmatch), in denen man mit bis zu drei weiteren Spielern antreten kann.
Das Actionspiel X2: Wolverineâs Revenge von Raven Software war eine Videospiel-Umsetzung zu X2 und erschien am 1. Mai 2003 fĂźr die Xbox, PlayStation 2, den GameCube und Game Boy Advance. Am 24. September 2004 erschien das Action-Rollenspiel X-Men Legends fĂźr die Xbox, PlayStation 2 und den GameCube. In dem Spiel muss der Spieler aus der Vogelperspektive einen X-Men-Charakter steuern und gegen Kreaturen kämpfen. Das Spiel ähnelt der Baldurâs-Gate-Dark-Alliance-Reihe, da man während der Kämpfe Erfahrungspunkte erhält und seinen Charakter aufleveln kann. Zudem kann man auch im Multiplayer-Modus mit weiteren Spielern gegen Kreaturen und Endgegner kämpfen.
Am 19. Oktober 2005 erschien der Nachfolger X-Men Legends 2 fĂźr die Xbox, PlayStation 2 und den GameCube. Das Spielprinzip blieb, bis auf einige wenige Neuerungen, gleich.
Im Mai 2006 erschien die Videospielumsetzung âX-Men: The Official Movie Gameâ fĂźr den PC, die PlayStation 2, Xbox und den GameCube. Das Spiel beschreibt den Zeitraum zwischen den Geschehnissen aus X-Men 2 und X-Men 3 und birgt so auch einige im Film nicht erwähnte Nebeninformationen in sich.
Ende 2006 erschien das Plattform ßbergreifende Marvel Ultimate Alliance. Das Spiel enthält neben Helden aus dem Marvel-Universum auch X-Men.
| Titel | Erscheinungsjahr | Plattform/-en | Verleger |
|---|---|---|---|
| X-Men | 1989 | NES | Acclaim Entertainment |
| X-Men: Madness in Murderworld | 1989 | C64 , PC , Amiga | |
| Spider-Man and the X-Men: Arcadeâs Revenge | 1992 | Game Boy , Game Gear , Sega Mega Drive , SNES | Acclaim |
| X-Men Arcade Game | 1992 | Arcade-Spiel | Konami |
| X-Men | 1993 | Game Gear, Sega Mega Drive | Sega |
| X-Men 2: Game Masterâs Legacy | 1995 | Game Gear | Sega |
| X-Men 2: Clone Wars | 1995 | Sega Mega Drive | Sega |
| X-Men: Mutant Apocalypse | 1995 | SNES | Capcom |
| Marvel Super-Heroes | 1995 | Arcade-Spiel, PlayStation, Sega Saturn | Capcom |
| X-Men vs. Street Fighter | 1996 | Arcade-Spiel, PlayStation, Sega Saturn | Capcom |
| X-Men 3: Mojo World | 1996 | Game Gear, Master System | Sega |
| X-Men: Children of the Atom | 1997 | Arcade-Spiel, PlayStation , Sega Saturn , PC | Capcom |
| X-Men: The Ravages of Apocalypse | 1997 | PC | |
| X-Men: Mutant Academy | 2000 | PlayStation, Game Boy Color | Activision |
| X-Men: Mutant Wars | 2000 | PlayStation, Game Boy Color | Activision |
| X-Men: Wolverineâs Rage | 2001 | Game Boy Color | Activision |
| X-Men: Mutant Academy 2 | 2001 | PlayStation | Activision |
| X-Men: Reign of Apocalypse | 2001 | Game Boy Advance | Activision |
| X-Men: Next Dimension | 2002 | PlayStation 2 , Xbox , GameCube | Activision |
| X2: Wolverineâs Revenge | 2003 | PS2, GameCube, Xbox, Game Boy Advance, PC | Activision |
| X-Men Legends | 2004 | PS2, GameCube, Xbox, N-Gage | Activision |
| X-Men Legends 2 | 2005 | PS2, GameCube, PSP , PC | Activision |
| X-Men: The Official Movie Game | 2006 | Xbox 360, PS2, GameCube, Xbox, PC, Nintendo DS | Activision |
| Marvel Ultimate Alliance | 2006 | PS2, PS3, Xbox, Xbox 360, PC, Game Boy Advance, Wii | Activision |
| X-Men Origins: Wolverine | 2009 | PS2, PS3, PSP, X360, Wii, PC, DS | Raven Software |
| Marvel Ultimate Alliance 2 | 2009 | PS2, PS3, PSP, X360, Wii, DS | Activision |
| X-Men Destiny | 2011 | PS3, X360, Wii, DS | Activision |
| Deadpool | 2013 | PS3, X360, PC | Activision |
Siehe auch
Weblinks
Commons
: X-Men
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Offizielle Website von Marvel
⢠Seite mit allen Marvelfiguren (englisch)
Einzelnachweise
cite-note-r2-11. â The True Origins of âX-Menâ, Rolling Stone.
cite-note-celeb57-22. â Marvel Spotlight: Uncanny X-Men 500 Issues Celebration, S. 5â7
cite-note-shiras-33. â X-Men ex nihilo? The Secret Origins of Marvelâs Mutant Superheroes, popmatters.com
cite-note-claremont-44. â Claremont Celebrates the Past with âX-Men: Goldâ, Comic Book Ressources
cite-note-fem-55. â Mutant Women of Earth: How Chris Claremont Reinvented the Female Superhero, comicsalliance.com
cite-note-soap-66. â I Heart Wolverine, slate.com
cite-note-77. â Paul McCartney: Lyrics. 1956 bis heute. Hrsg. mit einer Einleitung von Paul Muldoon. Aus dem Englischen Ăźbersetzt von Conny LĂśsche. C. H. Beck, MĂźnchen 2021, ISBN 978-3-406-77650-2, S. 452â457.
cite-note-bestof-88. â Catch Up on 50 Years of the X-Men With These 10 Key Stories, wired.com
cite-note-hellfire-99. â Swipe File: Steed And Mrs Peel #0 And The X-Men, bleedingcool.com
cite-note-jean-1010. â Chris Claremont: Dead Should Mean Dead
cite-note-record-1111. â X-Men #1 The Guinness World Record Best Selling Comic Of All Time?, bleedingcool.com
cite-note-out-1212. â Homosexuality in Comics â Part II, Comic Book Ressources
cite-note-jackman-1313. â Why Hugh Jackman Is Walking Away From Wolverine, Cinema Blend
cite-note-kitty-1414. â Joss Whedon: âKitty Pryde was the mother of Buffyâ
cite-note-darkwillow-1515. â Stuller, J. (2013): Buffy the Vampire Slayer, S. 13.
cite-note-cousin-1616. â Buffy Almost Joined The X-Men Family!, comicsverse.com
cite-note-heirat-1717. â Marvel Comics Hosts First Gay Wedding in âAstonishing X-Menâ, Rolling Stone
cite-note-englefield-181. Englefield House stars in Great Expectations, getreading.co.uk